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Merkwürdigkeiten in England

So, tut mir leid, dass ich erst jetzt wieder schreibe. Manchmal findet man irgendwie keine Zeit dafür...


Meine ersten zwei Lacrosse-Trainingsstunden habe ich jetzt hinter mir und es macht wirklich Spaß! Für die, die Lacrosse nicht kennen: Es ist ein wenig wie Hockey, nur dass man einen Schläger mit Netz hat, mit dem man den Ball fängt und wirft und versucht, ein Tor zu erzielen. Klingt ja recht leicht eigentlich. Problem: Die Lacrossefelder sind sehr sehr schlammig und ohne Fußballschuhe rutscht man verdammt leicht aus
. Und für jemanden wie mich, der nie Sport macht, ist das schon eine Herausforderung. Aber es macht sehr viel Spaß und der Muskelkater ist es auch wert.

Und nun mal zu Sachen, die hier in Durham etwas merkwürdig sind:
1. Kostüme. Ständig verkleiden sich hier Leute und nicht nur, weil bald Halloween ist, sondern weil ständig Mottoparties stattfinden. Es vergeht kein Abend, an dem man nicht Tiere, Feen (meist männliche Rugbyspieler übrigens) oder Cowboys herumlaufen sieht. Betrunken natürlich. Unser Lacrosse Team hatte auch ein Motto für die Kneipentour: Arche Noah. Wir waren alle Tiere und wurden immer zu zweit mit Klebeband zusammengebunden. Dann ging's von Collegebar zu Collegebar und überall musste man etwas trinken (obwohl das eigentlich das Vortrinken vorm Clubbesuch sein sollte, waren alle außer uns Erasmusleuten schon betrunken vom Vorvortrinken). Und der Abend endete mal wieder in dem schlechtesten Club Europas (übrigens nur der schlechteste, weil der wirklich schlechteste Club abgebrannt ist xD)


2. Es gibt hier auch einige merkwürdige Veranstaltungen. Beispielsweise wurde am Samstag ein riesengroßes Schwein im Innenhof des Castles ausgestellt, dass die Augen verdrehen konnte und in das man reinkriechen konnte, es war schon echt gruselig und keiner konnte mir bisher sagen, was der Sinn der Sache war.
Oder auch, dass diese Woche "shag-week" heißt. Es geht also eine ganze Woche lang um Sexuelle Aufklärung und Gesundheit. Okay an sich gut, aber dann haben die da so Spiele vorbereitet und Filme und was weiß ich noch alles. Ein Abend hätte vielleicht auch genügt. Aber gut.


3. Ich hab es schon einmal erwähnt, aber egal: Das Bussystem hier ist einfach komplett unlogisch und bescheuert. Punkt.

4. Es sieht zwar total toll aus, wenn man im Zug sitzt und von oben auf die Stadt blicken kann, aber Bahnhöfe auf Hügeln sind trotzdem sehr unpraktisch.

Uni läuft ganz gut, aber es gibt immer mehr zu tun, zwei Referate nächste Woche, noch eins eine Woche später und dann muss ich den ersten Essay abgeben. Es macht so viel Spaß...not...

Achja und ich hatte am Wochenende Besuch aus Deutschland, das war sehr schön, ich hab Anna dann mal Hogwarts gezeigt (mit Schwein :D) und wir waren in Newcastle...natürlich nicht, um zu shoppen*hust*

Ich bin jetzt seit über einem Monat hier und fühle mich sehr wohl. Gerade die kleinen Merkwürdigkeiten machen das Leben hier umso interessanter und ich kann es kaum erwarten, mehr davon zu erzählen.


Bis bald!!

29.10.13 21:01, kommentieren

Murder mystery...

Schön langsam hält der Alltag hier Einzug. Es ist leider meistens nicht mehr so sonnig, aber wenn, dann ist es echt warm und schön (wie gerade eben). Die Uni hat inzwischen richtig begonnen und es ist viel zu lesen und vorzubereiten.

Ich muss mich immer noch daran gewöhnen, dass sich die Menschen hier sehr gerne verkleiden. Ständig begegnet man Leuten mit Hähnchenhüten oder merkwürdiger Schminke im Gesicht. Selbst tagsüber laufen die manchmal so rum. Warum auch immer.

Aber es macht Spaß, durch die Innenstadt zu spazieren (auch wenn sie wirklich nicht groß ist). Oft sind Stände auf dem Market Place, an denen man viel Süßes oder Deftiges probieren und kaufen kann. Kaum scheint die Sonne ein bisschen, fährt ein Eiswagen vor, der Softeis verkauft. Eisdielen findet man hier dagegen nirgends. An jeder Ecke spielt ein Straßenmusiker und die meisten von denen sind wirklich richtig gut. Dann kann man sich draußen irgendwo hinsetzen, einen Kaffee trinken und der Musik zuhören. Oder die wunderschöne Landschaft anschauen. Oder später am Abend beim Weggehen die Outfits der Engländer bewundern. Man fällt hier schon auf als ausländischer Student, weil man im Gegensatz zu den Engländern Jacken und Strumpfhosen trägt.

 Morgen werd ich mal was Neues ausprobieren: Lacrosse. Ja, ich weiß, das kommt jetzt unvermutet, ich als total Sportbegeisterte hab ja nicht mal richtige Sportschuhe und muss mir die erst mal ausleihen, aber egal. Hier probier ichs mal mit Sport, damit ich mir nicht mehr so inaktiv vorkomme. Hier macht irgendwie jeder Sport. (Und dabei ist es eigentlich schon Sport, wenn man man über ne halbe Stunde zum riesigen Sportgelände gehen muss.)

Und dann werd ich auch noch zu so nem Theaterprojekt schauen, weil ich das sehr sehr sehr vermisse. Mal sehen, wie das so wird. Murder mystery play at the Castle. Klingt sehr nach einer Jagd auf den, dessen Name nicht genannt werden darf oder nicht?
Bis bald!
 

19.10.13 17:06, kommentieren

The English weather

Wow...fast eine Woche ist seit meinem letzten Eintrag vergangen. Die Zeit vergeht so schnell! Letzte Woche hatte ich mein zweites Formal Dinner zusammen mit meiner College Familie. Auf dem Weg zum Castle wurde mir dann von meinen Eltern liebevoll mitgeteilt, dass es neben den offiziellen Regeln (Du musst deinen Gown tragen, darfst während des Dinners nicht aufstehen und nicht dein Handy benutzen etc.) auch noch weitere inoffiziellen gibt, die sie mir und meinem College Bruder aber nicht verraten. Sonst ist es nämlich nicht mehr lustig.

Und, wer hätte das gedacht, es geht natürlich um das Trinken. Wem zwei Schraubverschlüsse der Weinflaschen ins Glas geworfen werden, muss sofort austrinken. Vergisst man, sein Glas wieder aufzufüllen, heißt es ebenfalls "Down it!" Und unsere lieben Eltern hatten ein waches Auge auf uns Schützlinge, dass wir auch schön die Regeln befolgen. Zum Glück wurde die Anzahl der Weinflaschen auf zwei pro Familie reduziert, wohl nicht ohne Grund. Nach drei Gängen ging es irgendwann zusammen mit der ganzen Familie in einen Club namens Klute, der als schlechtester Club in ganz Europa gilt. Er ist eigentlich aber ganz okay, es gibt hier ein paar, die schlimmer sind.

Ansonsten ist es schön, dass es hier so viele Pubs gibt, in denen man Billard oder Dart spielen kann. Also von können ist vielleicht bei mir nicht grad die Rede, aber ich bin ja hier, um auch etwas zu lernen.

Apropos lernen: Erste Woche Uni war dagegen weniger wild. Die Kurse sind alle sehr interessant und die Dozenten nett. Man muss einiges lesen, aber dafür weniger lang in den Kursen ausharren. 

Das Wetter hier ist inzwischen etwas nasser und windiger. Der Regen kommt hier nicht nur von oben, sondern irgendwie von überall her. Schirm kann man also getrost daheim lassen, bringt eh nichts.

Gestern war abends das Wetter zum Glück einigermaßen schön. So konnte man die Kerzenprozession von der alten Brücke hin zur Kathedrale richtig genießen. Auch durch die dunklen Gänge am Rande der Cathedrale mit den Kerzen zu laufen, ist sehr schön. Auch wenn man vielleicht ständig Snape oder Mr Finch hinter sich erwartet, die einen wieder zurück in die Schlafsäle schicken...oder so...äh ja...zurück in die Realität...

Melde mich bald wieder und hoffe, ihr habt besseres Wetter!

14.10.13 19:59, kommentieren